Am 15. November 1993 bekam der City-Sporthafen am Baumwall ein neues Schmuckstück. Mittlerweile hat sich das englische Feuerschiff LV 13 in seinem leuchtend-knalligen Rot zu einem Symbol der Hansestadt gemausert.

Auf dem über 50 Jahre alten Schiff lässt es sich heutzutage wunderbar speisen - und schlafen! 36 Jahre lang diente die Light Vessel (LV) 13 an der Nordseemündung des englischen Flusses Humber als schwimmender Leuchtturm. Feuerschiffe wurden damals überall dort eingesetzt, wo akustische und optische Signale für die Seefahrer notwendig, die Platzierung eines Leuchtturms aber unmöglich war.

1989 wurde die LV 13 durch eine Großtonne ersetzt und an den Kapitän Wulf Hoffmann verkauft. Dieser ließ es Anfang der 90er Jahre im Stader Stadthafen umbauen, um es 1993 im Hamburger City-Sporthafen als Restaurant und Hotel zu stationieren. Arbeit wie Urlaub Heute gehört die LV 13 Thimo Schröder, der zuvor gemeinsam mit seinem Vater das Gasthaus an der Alster in der Ferdinandstraße führte.

Schröder erwarb das Feuerschiff am 1. Juni 2006 und erfüllte sich damit einen Traum. "Das Feuerschiff zu führen bedeutet für mich viel Arbeit, die aber manchmal wie Urlaub ist", sagt der 32-jährige. "Egal, wo man sich auf dem Schiff befindet: Man guckt immer aufs Wasser." Thimo Schröder fühlt sich hier manchmal wie auf einer Insel. Er glaubt, dass dadurch auch das Verhältnis zwischen den Mitarbeitern so gut ist. Er selbst habe sich für das Feuerschiff schon länger interessiert und sei froh, dass es nun zu dem Deal gekommen ist.

"Man kennt sich eben in der Hafenszene - und da passte alles zusammen." Wie auf einer Festung Von 40 Mitarbeitern ist Verena Urban die Dienstälteste auf dem Feuerschiff. Inzwischen darf die 35-jährige sich Geschäftsführerin nennen. "Eigentlich bin ich ganz ungeeignet für die Arbeit auf einem Schiff", gibt sie überraschend Auskunft. "Wenn es hier mal ein bisschen schwankt, werde ich schnell seekrank." Aber schwanken tue es nicht sehr oft, denn schließlich sei die LV 13 im Vergleich zu den meisten anderen Feuerschiffen von enormer Größe.

"Die hat schon Stürme überlebt, die hier im Hafen gar nicht vorstellbar sind", erzählt Urban. Allein wegen ihrer ehemaligen Funktion als Feuerschiff vermittle die LV 13 Sicherheit und man fühle sich "wie auf einer Festung." Fast so wichtig wie der Michel Verena Urban ist sich sicher, dass die Hamburger nicht nur wegen des besonderen Ambientes hierher kommen, sondern auch wegen des exklusiven, stets freundlichen Services. "Wir fühlen uns hier fast wie eine kleine Familie", sagt Urban.

"Wir haben oft viel Stress auf sehr engem Raum - da muss man sehr gut zusammenarbeiten." Das Feuerschiff entwickle sich für viele Gäste im Laufe der Zeit zu einem zweiten Zuhause - "weil es etwas ganz Besonderes ist", sagt Urban. Für Unternehmen aus der ganzen Welt sei es außerdem ein beliebter Ort für Betriebsfeiern. Urban: "Wenn sie etwas typisch Hamburgisches suchen, stoßen sie oft auf das Feuerschiff. Inzwischen hat es für Hamburg fast dieselbe symbolische Bedeutung wie der Michel."

 

Adresse:

Vorsetzen (U Baumwall)